Foto: Wulf Rohwedder

Steckt der Journalismus in der Glaubenskrise? KURT im Gespräch mit Journalist*innen

„Fake News“, „Lügenpresse“ und dann auch noch Relotius: Wie steht es um das Medienvertrauen in Deutschland? Und was tun Medienhäuser und Journalist*innen für die eigene Glaubwürdigkeit? KURT will es wissen – und hat erfahrene Journalist*innen gefragt. Auf der Jahreskonferenz von Netzwerk Recherche in Hamburg.

Hier alle gesammelten Berichte, Interviews und Praxistipps


Recherche-Fails

Manchmal geht auch bei Journalisten etwas schief. Mal verrennen sie sich bei einer Recherche, mal werden auf die falsche Fährte gelockt. Anette Dowideit, Chefreporterin bei der Welt, hat mit uns über ihre Recherche-Fails gesprochen. Dabei erklärt sie, warum es wichtig ist für den Journalismus mit den Fehlern offen umzugehen:


Der Fall Relotius – und nun?

Der Fall Relotius hat die Medienwelt in Deutschland erschüttert. Wenn so etwas selbst beim renommierten Spiegel passieren kann, was bedeutet das dann für die Glaubwürdigkeit der Medien? Welche Auswirkungen hat der Fall auf das Vertrauen innerhalb der Redaktion und auf die Arbeit freier Journalist*innen? Darüber sprachen wir mit der freien Journalistin Katharina Finke und Volker Lilienthal, Journalistik-Professor an der Universität Hamburg:


Google: Zwischen Beeinflussung und finanzieller Hilfe

Zeit Online, Deutsche Presseagentur, Spiegel Online und Correctiv – sie alle bekommen Geld von Google. Der Technologie-Konzern fördert mit Millionen Innovationen im Journalismus. Wir haben mit Alexander Fanta von netzpolitik.org darüber gesprochen, wie das den Journalismus beeinflusst. „Die Medien wissen, solange es Google gibt, werden sie kein Geld machen mit Onlinewerbung – sie brauchen den Konzern aber irgendwie auch“, sagt er. „In dieser schwierigen komplexen Beziehung will Google mit dem Geld zeigen: Wir sind für euch da, wir hören euch zu, wir helfen euch. Aber langfristig geht es darum, Dominanz und Einfluss auszubauen, zu verhindern, dass es zu schlechte Presse für Google gibt in Europa.“


Glaubwürdigkeit auf Youtube?

Zurzeit wird viel über den Youtuber Rezo diskutiert, der kurz vor  der Europawahl mit dem Video „Die Zerstörung der CDU“ für Aufruhr gesorgt hat. Wir haben auch mit dem Journalisten Dietmar Schiffermüller darüber gesprochen.  Er ist Redakteur beim Youtube-Kanal STRG_F vom jungen, öffentlich-rechtlichen Angebot funk. Er ist der Meinung, dass Rezos Beitrag wichtig und nicht gefährlich war. „Auf einmal debattieren wir über politische Leitfragen“, sagte Dietmar Schiffermüller im Interview:


Wie glaubwürdig können Podcasts sein?

Jeder vierte Deutsche hört Podcasts. Aber können Podcasts überhaupt glaubwürdig sein? Das haben wir im Gespräch mit Marc Krüger, Audio-Redakteur bei T-Online, diskutiert. Dabei geht es um den Unterschied zum Radio, wie schwer es ist, einen Podcast zu produzieren. Außerdem verrät Marc Krüger die Kriterien, anhand derer man erkennt, ob ein Podcast glaubwürdig ist und die Hörer ihm vertrauen können. Lest mehr darüber im Artikel:


Sieht man sich auf Online Webseiten um oder blättert durch Magazine, stößt man auf vermeintliche Artikel, die eigentlich Werbung sind. Das nennt man Native Advertising. „Native Ads“ sind gekaufte Anzeigen von Unternehmen, die schwer von redaktionellen Beiträgen zu unterscheiden sind und im Internet und in den Printmedien erscheinen. Aber sind Native Ads das Geschäftsmodell der Zukunft für Redaktionen? Über die Vor- und Nachteile spricht der Journalist Boris Rosenkranz von „Uebermedien“ im Interview. Rosenkranz ist Mitgründer des medienkritischen Online-Magazins.