Ein Arzt gibt einen anderen Mann die Hand. Man sieht sie nur von Hals bis Hüfte. In der anderen Hand hält der Arzt ein Klemmbrett.

Der Medien-Doktor

Von Journalisten für Journalisten: Der Medien-Doktor übernimmt als Online-Medium eine grundlegende Beobachtungs- und Aufklärungsfunktion - auch gegenüber den Medien selbst. Besonders im Medizinjournalismus sind Quellentransparenz und eine gründliche Recherche wichtig.

Das Projekt wurde am Lehrstuhl für Wissenschaftsjournalismus entwickelt. Mehrmals pro Woche begutachtet ein Gutachterpool aus erfahrenen Wissenschafts- und Medizinjournalisten Beiträge nach definierten Kriterien: Ein Beitrag über eine medizinische Therapie, ein Medikament oder ein Diagnoseverfahren gilt dann als besonders gut, wenn sich die Medien-Nutzer ein möglichst vollständiges Bild über dessen Vor- und Nachteile machen können.


Medien-Doktor Gesundheit

Der Medien-Doktor GESUNDHEIT bewertet die Berichterstattung zu Medizin- und Gesundheitsthemen anhand eines Kriterienkatalogs, der sich an Vorbildern wie healthnewsreview.org in den USA orientiert und im Projekt Medien-Doktor MEDIZIN seit 2010 an der TU Dortmund weiterentwickelt wurde. Der im Jahr 2019 gestartete Medien-Doktor GESUNDHEIT will nun noch stärker in aktuelle Mediendebatten eingreifen, indem er – anstelle von bisher zufällig ausgewählten Beiträgen – die Qualität von redaktionell ausgesuchten Stücken in Form von „case studies“ zeitnah beurteilt. Außerdem werden nun Beiträge in Special Interest Magazinen (etwa Frauenzeitschriften) begutachtet, deren Gesundheitsempfehlungen oft großen Einfluss auf die Leserschaft haben. Wie schon beim Medien-Doktor MEDIZIN prüfen wir z.B., ob ein Beitrag den medizinischen Nutzen in anschaulichen Zahlen erklärt, Risiken und Nebenwirkungen thematisiert, auf mehrere, möglichst gute Quellen zurückgreift sowie Alternativen und Kosten anspricht.


Medien-Doktor Umwelt

Der Medien-Doktor UMWELT nimmt Beiträge zu Umweltthemen unter die Lupe, die sich auf wissenschaftliche Expertise berufen. Dafür wurde – weltweit erstmals – mit Wissenschaft s- und Umweltjournalisten ein Katalog von Kriterien zur systematischen Begutachtung entwickelt und 2015 international publiziert. Bewertet wird zum Beispiel, ob Beiträge Umweltprobleme aufbauschen oder verharmlosen, die Darstellung der Evidenz und unterschiedlicher Standpunkte sowie die Verständlichkeit. Leitidee ist das Interesse von Mediennutzern, unabhängig und zuverlässig über Umweltthemen informiert zu werden.


Medien-Doktor Ernährung

„Erdbeeren gegen Krebs“, „Veganer leben länger“, „Zucker macht krank“: Der Medien-Doktor ERNÄHRUNG will Berichterstattung wie diese über Lebensmittel, Ernährungsformen und Diäten kritisch beleuchten – und ggf. mit speziellen Qualitätskriterien verbessern helfen. Gestartet im Jahr 2019 unterstützt er damit die journalistische Arbeit, von puren Nachrichten aus der Wissenschaft bis zum serviceorientierten Ratgebertext (in Kooperation mit nutriCARD, dem Kompetenzcluster für Ernährung und kardiovaskuläre Gesundheit an der Universität Leipzig).


Perle im Netz: Zwei Auszeichungen innerhalb eines Jahres

Erst seit November 2010 ist medien-doktor.de online und konnte schon zwei wichtige Auszeichnungen gewinnen.

Zum einen wurde das Projekt für den Grimme Online Award 2011 nominiert. Für den bedeutendsten deutschen Internet-Preis hat die Nominierungskommission des Grimme-Instituts aus fast 2.100 Vorschlägen 25 Websites für die Endrunde ausgewählt - darunter auch der Dortmunder Medien-Doktor.


"Dass unsere Arbeit innerhalb so kurzer Zeit bereits eine solche öffentliche Wertschätzung genießt, spornt uns als Team noch mehr an"

Projektleiter Prof. Holger Wormer vom Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus

"Dass die Praxis des Medien-Doktors schon jetzt als ‚Perle im Netz‘ gilt, ist auch ein Beleg dafür, wie wichtig Medizin-Berichterstattung für die Nutzer ist - und wie wichtig journalistische Qualität in diesem Segment ist, bei dem es meist um Patienten und andere Betroffene geht."

Holger Hettwer von der Initiative Wissenschaftsjournalismus

Außerdem haben es Wormer und Marcus Anhäuser in die Top 3 der "Wissenschaftsjournalisten des Jahres 2011" geschafft. Das "medium magazin" wählte sie stellvertretend für das gesamte Medien-Doktor-Team, "weil sie und ihre Mitstreiter für einen besseren Medizinjournalismus einstehen und Journalisten Tools an die Hand geben, um die Qualität wissenschaftlicher Texte zu hinterfragen", so die Begründung der Jury. Zum achten Mal ehrte diese in zehn Kategorien die besten Journalistinnen und Journalisten ihres Fachs.

 

 


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